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    Die Energiepolitik der Schweiz
    Energiewende abwenden!
27 Mai 2013

Wie kommt der Strom in die Steckdose?

Wir haben es schon oft gehört: "Wozu Kraftwerke? - bei mir kommt der Strom aus der Steckdose". Bei uns auch. Aber eben - wie kommt der Strom in die Steckdose?

Natürlich kommt der Strom aus Kraftwerken und über ein kompliziertes System von Leitungen – das Netz – schliesslich in die Steckdose. Welche Kraftwerke?

Energiepolitik 2050, Stromproduktion 2012

Fast 95% der elektrischen Energie stammt aus zwei Arten von Kraftwerken: Wasserkraftwerken und Kernkraftwerken. Der Rest kommt aus kleinen Gas- oder Ölkraftwerken – oft in Privatbesitz – aus Kehricht­verbrennungsanlagen und erneuerbaren Quellen.

Bei den Wasserkraftwerken unterscheiden wir zwischen Speicherkraft­werken und Laufkraftwerken an Flüssen. Die Funktionsweise der drei Kraftwerktypen ist grundsätzlich verschieden:

•      Kernkraftwerke laufen entweder mit voller Leistung oder gar nicht, nämlich wenn sie im Sommer für die jährliche Revision abgestellt werden. Es ist unwirtschaftlich, ein Kernkraftwerk mit reduzierter Leistung zu betreiben, weil die Kosten fast unabhängig von der Leistung sind.

•      Laufkraftwerke können in begrenztem Umfang geregelt werden. Am stärksten aber regelt die Natur selbst: führt der Fluss viel Wasser ist die Leistung hoch, bei Niedrigwasser ist sie kleiner. Man muss nehmen was kommt.

•      Speicherkraftwerke sind die Steuerorgane der Elektrizitätsver­sorgung. Ihre Leistung kann schnell und über einen grossen Leistungsbereich verändert werden. Einige sind dafür ausgerüstet, dass mit überschüssigem Strom Wasser in den Stausee hochgepumpt und damit Energie gespeichert werden kann. Man nennt sie Pumpspeicherwerke.

Alle drei Kraftwerktypen arbeiten zusammen, um jederzeit genau die Leistung zu liefern, die von den Stromkonsumenten verlangt wird. Es gibt keine Zwischenlager, Strom kommt „just in time“ – auf die Sekunde genau. Wenn Sie das Licht anknipsen, muss irgendwo eine Wasserturbine ein kleines Bisschen mehr leisten.

Das ist das Problem mit der Energiewende: die ständig verfügbare Kernenergie soll durch schwankende und nicht steuerbare Quellen wie Wind und Sonne ersetzt werden. Das ist eine Illusion. Es braucht zwingend Reserven. Das hat schliesslich auch der Bundesrat eingesehen. Er will Gaskraftwerke bauen. Ausgerechnet! Damit wird das Kyoto-Protokoll zur Makulatur. Die Energiewende fördert den Klimawandel.

 

Kommentare

  • Das Netz ist eine entscheidende Komponente der "Energiewende" und wird deshalb hier noch ausführlich zur Sprache kommen!
    SAe

    gepostet von SAe Juni 04, 2013
  • Aber ist das nicht nur ein Problem? Können wir in unserem Stromnetz die dezentrale Energielieferung überhaupt vernünftig ins Netz bringen? Ist die Kapazität der Endkunden-Netze dafür ausgelegt und wie funktioniert das Management der benötigten und der zur Verfügung stehenden Energie? Ich denke, da muss auch noch ein grosser Schritt (Investition) gemacht werden.

    gepostet von Diethelm Emil Juni 03, 2013
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