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25 Apr 2013

Die Angst vor der Atomkraft

Vielen Menschen machen Atomkraftwerke Angst. Das ist verständlich. Atomkraftwerke haben etwas Geheimnisvolles, Unheimliches, Bedrohliches. Man weiss nicht, was geschieht. Was man zu wissen glaubt, ist dass da etwas Ähnliches geschieht wie in einer Atombombe, dass die Betreiber das Kraftwerk ständig daran hindern müssen, eine Atombombe zu werden,

Diese Vorstellung ist völlig falsch. Keine Unachtsamkeit, kein Betriebsunfall, kein Saboteur und kein Terrorist kann aus einem Atomkraftwerk eine Atombombe machen. Es ist physikalisch unmöglich.

Unfälle können passieren und sie sind passiert: in Lucens, Three Mile Island, Tschernobyl und Fukujima. Abgesehen von Tschernobyl sind bei keinem dieser Unfälle Menschen durch Strahlung ums Leben gekommen. Atomenergie ist, gemessen an Personenschäden pro Kilowattstunde mit Abstand die sicherste Art der Stromversorgung.

Ein Atomreaktor ist einfach eine Art Tauchsieder. Er erhitzt Wasser unter hohem Druck, dabei entsteht Dampf unter hohem Druck, mit dem eine Dampfturbine angetrieben wird, die ihrerseits einen Stromgenerator treibt. Statt einem Atomreaktor kann man dazu einen Kohleofen nehmen. Das wird auch gemacht und ein solches Kraftwerk heisst dann Kohlekraftwerk.

Was ist der Unterschied?

Im Kohlekraftwerk werden Kohlenstoffatome mit Sauerstoffatomen vereinigt, dabei entsteht Wärme.

Im Atomkraftwerk werden Uranatomkerne mit Neutronen gespalten, dabei entstehen Wärme und 2 bis 3 neue Neutronen.

In beiden geschieht eine Art Kettenreaktion: ein Teil der Wärme aus der Verbrennung von Kohle wird benötigt, um die weitere Verbrennung in Gang zu halten und ein Teil der neuen Neutronen im Atomreaktor wird benötigt, um weitere Urankerne zu spalten.

Wenn ein Kohlekraftwerk droht zu überhitzen, drosselt man die Zufuhr von Luft, also von Sauerstoff.

Wenn ein Atomreaktor zu heiss wird, nimmt man mittels Kontrollstäben Neutronen weg – man drosselt den Neutronenfluss.

Also eigentlich ganz vergleichbare Prozesse, die da ablaufen!

Der ganz grosse Unterschied ist die Konzentration der Energie, die Energiedichte.

Ein Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 1000 Megawatt (MW) (etwa AKW Gösgen) verbrennt jeden Tag 9'000 Tonnen Kohle. Das sind 130 Eisenbahnwagen voll. Dabei entstehen 33'000 Tonnen CO2. Das würde einen Ballon mit einem Durchmesser von 134m füllen. Tag für Tag. Dieser „Müll“ wird in der Atmosphäre endgelagert. Ausserdem entsteht Schlacke, die verschiedene Giftstoffe enthält wie Quecksilber, Arsen und – ja, auch radioaktive Stoffe wie Uran und Radium.

Ein Atomreaktor mit derselben Leistung benötigt 16 Tonnen Uran pro Jahr (also etwa 44 kg pro Tag, statt 9000 Tonnen). Dabei entstehen etwa 800 kg radioaktive Spaltprodukte (wir kommen darauf zurück). Diese werden sorgfältig von der Umwelt isoliert.

Leistung 1000 Megawatt

„Brenn“stoff pro Jahr

Abfall pro Jahr

Kohlekraftwerk

3'250'000 Tonnen Kohle

12'000'000 Tonnen CO2
einige 1000 Tonnen Schlacke

Kernkraftwerk

16 Tonnen Uran

0,8 Tonnen Spaltprodukte

einige 100 kg „Transurane“

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