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    Die Energiepolitik der Schweiz
    Energiewende abwenden!
11 Aug 2015

Teure Kernenergie?

Frau BR Leuthard wird nicht müde zu versichern, Kernkraftwerke seien wirtschaftlich untragbar und propagiert dafür den billigen Solarstrom. Solarenergie sei auch in unseren Breitengraden rentabel. Wie günstig muss sie dann erst dort sein, wo kein Nebel und kaum Wolken das Bild trüben? Die Probe aufs Exempel ist letzten Dezember ans Netz geschaltet worden: Das Solarkraftwerk der Firma Abengoa in der kalifornischen Mohave-Wüste.

Es ist ein konzentrierendes thermisches Kraftwerk mit trogförmigen Parabolspiegeln. Es erzeugt mit der Sonnenwärme Dampf und produziert über Dampfturbinen und Generatoren Strom, 250 Megawatt im Maximum.

Weil das Werk in der Wüste steht und nicht im nebligen Schweizerischen Mittelland hat es eine Verfügbarkeit von 25% statt 8,2% wie bei uns. Das heisst, seine durchschnittliche Leistung beträgt nicht 250, sondern knapp 65 MW. Gekostet hat das Werk 1,6 Milliarden USD. Die Investitionskosten betragen also fast 25 Dollar (Fr. 23.70) pro Watt mittlerer Leistung[1] – und das bei ideal-sonnigen Verhältnissen!

Wie vergleicht sich das mit der teuren Kernenergie?

Wohl das teuerste Projekt ist in Finnland im Bau: Olkiluoto 3. Es ist das erste seiner Art und erlitt eine ganze Reihe von teuren Baupannen und Verzögerungen. Es dürfte, wenn es 2018 endlich fertig wird, gemäss AREVA 8 Milliarden € gekostet haben (nicht 14, wie etwa behauptet wird). Leisten wird es 1'600 MW. Es kostet somit, bei einer angenommenen Verfügbarkeit von 90%, ganze 5.50 Euro (Fr. 5.80) pro Watt durchschnittlicher Leistung - im schlimmsten Fall! In China baut man diese Werke für 5 bis 7 Milliarden. Das heisst, die Kosten können bis auf 3.50 € (Fr. 3.75) pro Watt fallen.[2]

 


[1] National Renewable Energy Laboratory (USA)

[2] World Nuclear Association

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