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03 Aug 2015

Korrektur

 Zum Thema „Radioaktivität“ haben wir eine Tabelle publiziert, in der verschiedene Strahlenbelastungen aufgeführt sind. Unter anderem steht zuunterst: „Kurpersonal im Zentrum von Bad Gastein – 200 mSv/Jahr“.

Als Kommentar fragte Markus Saurer: „Und wie steht es mit der Gesundheit des Bad Gasteiner Kurpersonals?“

Diese Frage blieb bis jetzt unbeantwortet und sie hat uns keine Ruhe gelassen. Das mussten wir abklären!

Letzte Woche nun, hat sich das Kaltduschenmitdoris-Team aufgemacht und ist nach Bad Gastein gereist. Fünf Stunden hin und fünf Stunden zurück und – um mit Bertrand Piccard zu sprechen – ohne einen einzigen Tropfen Treibstoff. Die Schnelllader in St. Anton am Arlberg und in Kitzbühel lagen für unseren Tesla ideal.

Wir hatten uns für eine „Kennenlern-Einfahrt“ angemeldet. Man habe pünktlich um 14:30 da zu sein. Das waren wir, obwohl der „Gasteiner Heilstollen“ keineswegs in Badgastein ist, sondern einige Kilometer talaufwärts. Wir haben ihn rechtzeitig gefunden.

Der Heilstollen heile dank drei Phänomenen: Hohe Temperatur um 40°C, hohe Luftfeuchtigkeit von gegen 100% und Strahlung aus Radon. Wegen der Strahlung waren wir da. Entgegen der Weisung, keine medizinisch nicht unverzichtbaren Gegenstände mitzunehmen, hatten wir natürlich unsere Strahlenmessgeräte dabei. Es war erstaunlich einfach, sie hinein zu schmuggeln.

Die Einfahrt – nach einer Geduldsprobe – war recht romantisch. Mit einem Schmalspurbähnchen ging es 2 Kilometer in den Berg hinein. Nach etwa 10 Minuten wurde es plötzlich warm und feucht. Die Fenster beschlugen sich und die Messgeräte begannen, erhöhte Strahlung anzuzeigen. Schliesslich erreichte man die Therapiestation Nummer 1. Da hatte man sich hinzulegen und während einer halben Stunde ruhig zu sein. Man fühlte sich wie in einem Dampfbad. Nach wenigen Minuten begann der Schweiss zu rinnen.

Was ist mit der Strahlung? Unsere Messgeräte zeigten eine Dosisleistung von 3 Mikrosievert pro Stunde. Das entspricht etwa 26 Milisievert pro Jahr. Nichts Dramatisches, aber in Fukushima würde man evakuiert. Allerdings war dies in der Therapiestation 1. Weiter im Berginnern gibt es noch 2 Therapiestationen mit höherem Temperaturen. Dort haben wir nicht gemessen.

Zurück am Tageslicht und in der Kühle beantwortete das Personal bereitwillig unsere Fragen. Wie oft fahren Sie pro Tag ein? In der Hochsaison bis fünf Mal. Wie viele Stunden halten sich die Ärzte im Heilstollen auf – wie viele die Lokomotivführer der Heilstollenbahn? Da vernahmen wir, dass die Lokomotivführer im Halt 1 in einem belüfteten Raum warten und die Ärzte sich abwechseln. Ausserdem trage das Personal Dosimeter. Das Personal untersteht heute der Überwachungsbehörde. Das bedeutet wohl, dass die Grenzwerte eingehalten werden, das sind 20 Milisievert pro Jahr.

Entwarnung! Das Kurpersonal ist gesund und munter.

Woher kommen die 200 mSv in unserer Tabelle? Wir haben eine Vermutung: Die alten Bergwerkstollen wurden anfangs der 1950er Jahre erweitert. Damals waren die Grenzwerte viel höher. Inzwischen sind sie mehrfach gesenkt worden und irgendwann dürften die Behörden eingeschritten sein und eine stärkere Belüftung velangt haben. Die 3 µSv pro Stunde sind kaum mehr medizinisch relevant, aber wir wollen ja nicht behaupten, der „Gasteiner Heilstollen“ sei einfach ein aufwändiges Dampfbad.

Oft geistern alte Zahlen und widerlegte Erkenntnisse für alle Zeiten in der Literatur herum. Wir bedauern, dass wir darauf hereingefallen sind. Die Tabelle haben wir durch eine neue ersetzt, an deren Vertrauenswürdigkeit wir nicht zweifeln. Eine weitere vertrauenswürdige Tabelle findet man hier:

http://www.nuklearforum.ch/sites/default/files/folder-pdf/140618_Faktenblatt_Strahlung_d_screen.pdf

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