• KaltDuschenMitDoris.ch
    Die Energiepolitik der Schweiz
    Energiewende abwenden!
24 Mai 2013

Fukushima und die Strahlenkrankheit

Was man so liest: "In Fukushima ist noch niemand wegen der Strahlung gestorben. In Zukunft werden es Tausende sein."

Kaum. Aber woher kommt diese Vermutung? Sie kommt daher, weil ionisierende Strahlung auf zwei ganz unterschiedliche Arten schädlich sein kann. Es gibt erstens die unmittelbare Schädigung. Die ist wie Sonnenbrand, allerdings nicht nur auf der Haut, sondern durch und durch – im ganzen Körper: das ist die Strahlenkrankheit. Einige Leute zeigen leichte Symptome ab etwa 250 mSv (0,25 Sv) auf einmal aufgenommene Strahlendosis. Bei 500 mSv zeigen die meisten klare Symptome, ab 1000 mSv (1 Sv) alle. Darüber gibt es Tote. Bei 5 Sv sterben fast alle innert Tagen oder Wochen.

Es gibt zweitens die langfristige Schädigung. Sie wird auch latent oder stochastisch genannt. Das unheimliche daran: sie wirkt erst nach Jahren oder Jahrzehnten. Dabei ist die Schwere der Erkrankung – Krebs in allen Formen – unabhängig von der Dosis. Was von der Dosis abhängt, ist die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken. Da beginnt die Verwirrung. Wie hängt die Wahrscheinlichkeit von der Dosis ab? Die Überlebenden der Atombomben Abwürfe von Hiroshima und Nagasaki können uns da Auskunft geben. Zehntausende wurden in einer Langzeitstudie erfasst und ihre Gesundheitsgeschichte über Jahrzehnte verfolgt. Das Resultat: die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, erhöht sich pro 1 Sv aufgenommene Strahlendosis um 5% (statt 25% beträgt die Wahrscheinlichkeit 30%). Dieser Zusammenhang kann bis etwa 100 mSv statistisch nachgewiesen werden. (Wahrscheinlichkeit 25,5% statt 25%). Bei kleineren Dosen ist ein Zusammenhang nicht nachweisbar. Die Schwankungen der natürlichen Krebsraten sind zu gross. Die Annahme, dass der Zusammenhang auch bei kleinen Dosen weiter besteht (also z.B. 0,005% mehr Krebshäufigkeit bei 1 mSv) ist durch keine Daten belegt. Die Vermutung, dass von (zum Beispiel) 20'000 Personen, die eine zusätzliche Dosis von 10 mSv erhalten haben, deren 10 (20'000 mal 0,05%) innerhalb der nächsten Jahrzehnte vorzeitig an Krebs sterben werden, ist rein hypothetisch und durch keine Fakten begründet.

Fazit: Die Katastrophe vom 11. März 2011 in Japan hat wohl 18'000 Tote infolge des Erdbebens und des Tsunami und keine Toten infolge des dreifachen „Super-GAU“ gefordert.

Situation im Juni 2011 – Dosen für Arbeiter:  Working conditions improve at Fukushima unit

Kommentar

  • Danke für diese sehr schöne Klarstellung. Interessant in diesem Zusammenhang (und plastisch zu verstehen) ist die Schlussfolgerung von Lutz Niemann in einem Artikel auf der Seite "Bürger für Technik":
    Würde man die selben Kriterien wie sie für radioaktive Strahlung angewandt werden, auf Alkohol beziehen, so käme man zum Schluss, dass die maximal zulässige jährliche Dosis an Alkohol eine Likörpraline wäre...

    gepostet von Rudolf Kohler Juli 10, 2013
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

Suche

Anmeldung