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    Energiewende abwenden!
03 Nov 2016

Sicherheit nach Schweizerart

Die Schweiz hat die sichersten Kernkraftwerke der Welt. Das sagt die internationale Atom Energie Agentur der UNO (IAEA). Und das sagen die Stresstests der EU. Auch gegenüber französischen AKW sind die Standards in der Schweiz höher. Das überhastete Abschalten der Schweizer Kernkraftwerke ist insbesondere bezüglich der Sicherheit ein veritables Eigentor. Denn anstatt aus den sicheren Schweizer Werken würden wir Atomstrom aus französischen Anlagen importieren, die – wie japanische Reaktoren - punkto Sicherheit nicht mithalten können.

Nach der Katastrophe von Fukushima wurden die Sicherheitskonzepte auf der ganzen Welt überprüft, so auch in der EU. Diese organisierte sogenannte „Stress Tests“, an denen sich die Schweiz beteiligte. Dabei diente ein umfangreicher Fragenkatalog der Überprüfung aller Sicherheitsmassnahmen und aller Vorkehrungen gegen alle denkbaren Fehlfunktionen und Störungen von aussen. Der ausführliche Abschlussbericht über die Sicherheit der schweizerischen KKW enthält Passagen wie diese:

„Der Schweizerische Bericht erfüllt die Vorgaben der Stress-Test Vorschriften. Er behandelt sämtliche Aspekte, die für die Beherrschung von schweren Unfällen als unverzichtbar betrachtet werden. Die regulatorische Behandlung der von den Betreibern vorgelegten Massnahmen und Beurteilungen war offen und in einigen Fällen recht ausführlich ....“

Die Schweiz als Musterschülerin

In diesem Ton geht es weiter und man kriegt den Eindruck, es handle sich hier um eine Form von „Kuschel-Justiz“. Dieser Eindruck verfliegt sofort, wenn man sich die Beurteilung anderer Länder zu Gemüte führt. Da wird mit scharfer Kritik nicht zurückgehalten. So wird in Frankreich bemängelt, es sei nicht nachgewiesen, dass der Aufenthalt im Kontrollraum bei jedem denkbaren Unfallverlauf möglich wäre. Dieser Nachweis ist in der Schweiz erbracht und trotzdem gibt es zu jedem Kontrollraum einen Reservekontrollraum, der besonders geschützt und gesichert ist.

Japan schlug Schweizer Empfehlungen in den Wind

Dieser hohe Stand der Sicherheit in der Schweiz ist nicht zuletzt das Verdienst der Aufsichtsbehörden, früher der HSK und heute des ENSI. Mit den Kommissionen früher KSA und heute KNS wird das Vier-Augen-Prinzip verwirklicht. In gut schweizerischer Tradition hat man seit jeher die besonders kritischen Kreise mit einbezogen. Sie haben dafür gesorgt, dass niemals ein Gefühl der Selbstgefälligkeit aufkommen konnte. So haben die Kernkraftwerke in der Schweiz immer wieder nach den neusten Erkenntnissen nachgerüstet und sich laufend auf den aktuellsten Stand der Technik gebracht. Schweizer Kraftwerke waren unter den ersten, die Entlastungsventile einbauten. Es waren Schweizer Kraftwerke, die mit eigens entwickelten Anlagen Wasserstoff, der bei der Erhitzung von Brennstäben entsteht, systematisch und gefahrenlos katalytisch verbrannten. Diese sogenannten «Wasserstoff-Rekombinatoren» haben die Schweizer auch den Japanern angeboten. Die hielten das nicht für nötig. Das Unglück in Fukushima wäre damit bedeutend harmloser verlaufen.

Die Schweiz ist international ein Benchmark für Sicherheit

Die Schweiz setzt sich international ein, dass die Sicherheitsstandards weltweit angehoben werden. So machte der Direktor des ENSI, Hans Wanner, bei der IAEA den Vorschlag, die „ Convention on Nuclear Safety“ entsprechend zu verschärfen:

„Kernkraftwerke sollen so geplant und gebaut werden, dass Unfälle vermieden werden und, sollte ein Unfall geschehen, dass die Folgen beherrschbar sind und die Freisetzung radioaktiver Materialien, welche die Umwelt langfristig kontaminieren, verhindert wird. Damit angemessene Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit gefunden und umgesetzt werden können, sollen diese Zielsetzungen auch auf bestehende Werke angewendet werden.“**

Das ist international längst nicht für alle selbstverständlich. In einer vorberatenden Kommission zeigte sich, dass dieser Vorschlag niemals die nötige Einstimmigkeit erreichen würde. Offenbar war die Forderung, auch bestehende Kraftwerke nachzurüsten, für einige Länder besonders unzumutbar. Schliesslich fand die „Diplomatische Konferenz“ vom 9. Februar 2015 einen Weg. Sie beschloss „durch Konsens“, den Vorschlag der Schweiz in eine „Erklärung von Wien“ zu verpacken und der Schweiz für ihren Vorstoss zu danken. Die Erklärung ist eine Empfehlung, aber nicht verbindlich, wie es die Verschärfung der „Convention“ gewesen wäre.

Es ist grotesk: Die Initianten der Atomausstiegsinitiative werben mit mehr Sicherheit. Das überstürzte Abschalten von Schweizer Kernkraftwerken würde jedoch dazu führen, dass wir insbesondere im Winter mehr Strom aus ausländischen Kernkraftwerken beziehen müssen. Aus Kernkraftwerken, die die Schweizer Standards nicht erfüllen. Das ist definitiv keine Verbesserung der Sicherheit. Das ist ein dummes und unüberlegtes Eigentor.

Nur mit einem NEIN am 27. November bleibt die Sicherheit, wie sie ist: Weltstandard.

*(ENSREG Country Report: Switzerland. Pg.27) http://www.ensreg.eu/sites/default/files/Country%20Report%20CH%20Final.pdf (aufgerufen: 17. Oktober 2016)

**(Vienna Declaration on Nuclear Safety, 9. Feb. 2015, Pg. 3)  https://www.iaea.org/sites/default/files/cns_viennadeclaration090215.pdf (aufgerufen: 17. Oktober 2016)

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