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    Die Energiepolitik der Schweiz
    Energiewende abwenden!
19 Jan 2015

Forschung! – Forschung?

 

Die Energiestrategie 2050 soll beschlossen werden, koste es was es wolle. Die CVP-Ständeräte sind diejenigen, die entscheiden werden und sie werden von Doris Leuthard knallhart diszipliniert. Alles klar, also? Mit nichten! Der Bundesrat sah sich genötigt, den Nationalfonds zu beauftragen, Forschungsprojekte zu finanzieren, die herausfinden sollen, ob die angestrebte „Energiewende“  überhaupt funktionieren kann, und das mit vollen 45 Millionen Schweizerfranken!

Erst schiessen, dann zielen? Genau so sieht es aus!Die Energiewende im Nebel? Dafür wird jetzt für 45 Mio ein Forschungsauftrag erteilt!

Das Titelbild der Pressemitteilung zeigt: Die neue Energiepolitik gleicht einem Stochern im Nebel! Darum soll jetzt geforscht werden.

Dazu hat man zwei Nationale Forschungsprogramme formuliert: Die Nummer 70 umfasst naturwissenschaftliche und technische Frage­stellungen, bei Nr. 71 geht es um soziologische und politologische Probleme. Die Lektüre der einzelnen Projekte ist zum Teil erheiternd, manchmal auch deprimierend oder gar erschreckend.

Da liest man im Projekt „Zielkonflikte beim Umstieg auf erneuerbaren Strom“: 

Im Rahmen der Energiestrategie 2050 wurden bisher offensichtlich noch keine systematischen Analysen der Risiken und notwendigen Kompromisse des neuen Stromsystems aus Sicht der betroffenen Akteure durchgeführt.“

Aha! Vielleicht hätte man darüber nachdenken sollen, bevor man die National- und Ständeräte tagelang mit offensichtlich theoretischen Konzepten beschäftigt.

Eine weitere Perle unter dem Titel „Forschung“: "Photovoltaik der nächsten Generation"

„Das Projekt wird der Öffentlichkeit zeigen, dass PV in der Energiewende eine bedeutende Rolle zu einem bezahlbaren Preis spielen kann.“

Nochmals: Aha! Wenn man es schon weiss, warum braucht man denn noch gutes Geld um das herauszufinden?

Wir wollen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Wenn man lange genug sucht, findet man tatsächlich das eine oder andere Projekt, welches eine echte Fragestellung angeht und Erkenntnisse in Aussicht stellt, die wir dringend benötigen. Etwa dieses:

„Nanostrukturierte Lithium-Ionen-Batterien“

„Die geplante Forschung baut auf eigenen laufenden Projekten auf, wird sich aber insbesondere mit der Übertragbarkeit des Prinzips nanostrukturierter Elektroden auf Batterien und Superkondensatoren in drei Bereichen befassen.“

Dumm bloss, dass die Verfechter der Energiewende behaupten, das sei alles schon erforscht und erfunden und diese neuartigen Speicher seien einsetzbar.

Neben Belustigung und der Genugtuung, seinen Verdacht bestätigt zu finden, vermittelt die Lektüre der Forschungsprogramme aber noch eine weit unangenehmere Empfindung: das kalte Entsetzen. Im Projekt „Wie schaffen wir die Wende“ liest man folgenden Satz:

„Es [das Projekt] ermöglicht ausserdem komplexe, aber strukturierte politische Empfehlungen für die Erhöhung der Akzeptanz... “.

Im Klartext: Wir werden euch sagen, wie ihr das Volk so beeinflussen könnt, dass es die Kröte schluckt.

Sind wir soweit gekommen, dass die Regierung die Wissenschaft beauftragt, herauszufinden, wie ihre Macht über das Volk durch Meinungsmanipulation vergrössert werden kann? Nähern wir uns da Nordkoreanischen Verhältnissen? Oder leidet das Kaltduschenmitdoris-Team an Paranoia?

Wie dem auch sei: Der Bundesrat bestätigt mit diesem Forschungsprogramm das, was wir schon immer vermutet haben:

Denn sie wissen nicht, was sie tun.

Kommentare

  • Man kann nur hoffen, dass diese Untersuchung (die immerhin 45 Mio Fr. kosten soll) von k o m p e t e n t e n und s e r i ö s e n Personen durchgeführt wird, die sich weder erpressen noch kaufen lassen. Der Bundesrat wird versuchen die Vergabe der (lukrativen) Forschungsaufträge so zu vergeben, dass das gewünschte Ergebnis herauskommt. Das macht man ja bei jedem Gutachten oder jeder sog. "Expertise" so. Dabei darf nicht die "technische Machbarkeit" im Vordergrund stehen, sondern die damit Verbundenen Nachteile, wie Versorgungssicherheit, CO2-Bilanz (zusätzliche Gaskraftwerke zur Stabilisierung der Netze [müssen wohl dauernd als "Standby" laufen]), Kosten, Kosten und nochmals Kosten. Und wer diese tragen muss. Dazu die Frage, wie weit die Energiewende zu einem weitere Bereich unserer Planwirtschaft werden wird (nebst den schon vorhandenen: der Landwirtschaft und dem Gesundheitswesen).

    Peter V. Brunner, 8712 Stäfa

    gepostet von Simon Aegerter Januar 25, 2015
  • Naja das ist halt so eine Sache mit dieser Wende. Da gibt es Professoren, die machen ganz komplexe Berechnungen und erzählen das dann auch der „Grünen“ Bevölkerung. Leider gehen diese Berechnungen aber von so idealen Zuständen aus, dass sich einem die Nackenhaare sträuben.
    So haben zum Beispiel alle PV-Anlagen einen genügend grossen Speicher und der Wechselrichter kann über das vorhandene Stromnetzt gesteuert werden. Damit liefert er nur gerade so viel Energie ins Netz, wie auch benötigt wird. Und wir haben keinen Export oder Import von Strom. Das ist ja herrlich ideal.
    Übrigens eine Beere die nicht reif ist, ist Grün. Gilt das auch für die Grünen?

    gepostet von Fastedi Januar 23, 2015
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