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    Die Energiepolitik der Schweiz
    Energiewende abwenden!
03 Okt 2013

Klima und Energiestrategie 2050

Der Vorbericht des IPCC „für Entscheidungsträger“ ist publiziert – die Medien haben berichtet. Er bringt keine Entwarnung, obwohl die globale mittlere Temperatur seit über 10 Jahren nur noch leicht gestiegen ist. Wie kann man bloss weiter warnen, obwohl doch scheinbar kein Anlass dazu besteht?

Eben: scheinbar! Auch in den letzten 10 Jahren gab es deutliche Warnzeichen:

  • Das arktische Meereis schmilzt im Sommer immer mehr weg. Ja, dieses Jahr war kein Rekord, aber letztes Jahr schon: noch nie gab es so wenig arktisches Meereis. Immer mehr Frachter wählen für Transporte von Ostasien nach Europa die bis vor kurzem unpassierbare Nordostpassage!

Volumen des arktischen Meereises Mitte September

Energiepoitik und das Klima

  • Im Sommer 2012 war erstmals die ganze Oberfläche Grönlands angetaut. Der Firn war von der Südspitze bis in den hohen Norden nass.

  • Im Norden Sibiriens taut der Permafrost. Wo früher solid gefrorener Boden war, gibt es jetzt Tümpel aus denen Blasen aufsteigen: Methan!

  • Die nie dagewesenen Hitzesommer in Russland ereigneten sich ebenfalls im Jahrzehnt in dem es „nicht wärmer wurde“, genau wie die Trockenheit im Südwesten der USA.

Es wird vielleicht nicht wärmer, aber das Klima wandelt sich. Warum? Sind wir wirklich schuld? Dass das CO2 aus der Verbrennung von fossilen Brenn- und Treibstoffen den natürlichen Treibhauseffekt verstärkt ist (fast) unbestritten, aber gibt es nicht stärkere Einflüsse, auf die wir keinen Einfluss haben? Die Sonne, die galaktische Strahlung, Meeresströmungen? Nein, die sind für Schwankungen verantwortlich aber nicht für den Trend – und der ist klar: es wird wärmer.

Wie passt da die Energiewende? Denkbar schlecht. Klar: die Atomenergie wird angeblich durch erneuerbare Energien ersetzt. Aber man kann den ständig fliessenden Atomstrom nicht durch schwankende Versorgung ersetzen. Und: warum denn überhaupt die Atomenergie ersetzen? Sie ist klimaneutral!

Die fluktuierende Einspeisung durch Wind und Sonne bedingt zwingend eine Reserveproduktion. Das geht nur mit Gaskraftwerken, die Wasserkraftwerke reichen nicht. Eine Prognos-Studie wies gemäss Schweizer Fernsehen kürzlich nach, dass mindestens 3 grosse Gas-Dampfkraftwerke nötig sein werden. Der Bericht zu Handen des Bundesamts für Energie, ist allerdings auf dem Web nicht auffindbar. Offenbar hört man die Botschaft im Departement Leuthard nicht gern.

UNO Generalsekretär Ban Ki Moon meinte zum Bericht des IPCC: „Now we must act!“ Jetzt müssen wir etwas tun!

Ja, aber was? Wir haben zwei Möglichkeiten: Politik und Technik.

Politik: Auch da gibt es zwei Ansätze. Den marktwirtschaftlichen und den planwirtschaftlichen. Wie der planwirtschaftliche Ansatz funktioniert, macht die Energiestrategie 2050 vor: Verbieten, vorschreiben, subventionieren und besteuern. Weil all das nicht funktioniert, müssen am Ende doch fossil befeuerte Kraftwerke gebaut werden. Die Energiewende wird zum Einstieg in die fossile Stromproduktion!

Der marktwirtschaftliche Ansatz würde darin bestehen, die externen Kosten der fossilen Energiequellen „einzupreisen“, also die von ihnen verursachten Schäden wie Luftverschmutzung, Todesfälle durch Atemwegerkrankungen und den Klimawandel und seine Folgen auf die Preise zu schlagen. Leider funktioniert das nur, wenn es global von allen Ländern eingeführt wird – eine Illusion!

Technik: Die ganze Welt wird dann aufhören, Kohle, Gas und Erdöl zu verbrennen, wenn Energie aus anderen Quellen billiger gewonnen werden kann. Dafür gibt es zur Zeit nur eine einzige Hoffnung: Kernreaktoren der 4. Generation, die inhärent sicher, selbststeuernd, klein und modular sind. Solche Reaktoren kann man zur Zeit noch nicht kaufen, aber sie sind in Ländern die auch in Zukunft wettbewerbsfähig sein wollen, in Entwicklung; in China, Russland, Südkorea und den USA.

Fazit: In den nächsten Jahren haben wir in der Schweiz weiterhin die klimaneutrale Stromversorgung aus Wasser- und Kernkraft. Wenn wir uns nicht mit der „Energiestrategie 2050" selbst ein Bein stellen, können wir den Sündenfall mit den Gaskraftwerken vielleicht gerade noch vermeiden.

Kommentare

  • Da steht die Frage im Raum; wollen wir Strom mit Dreckschleudern produzieren, die die Umwelt sicher belasten oder mit solchen die vielleicht einmal ein relatives Ereignis erzeugen?
    Mein Entscheid steht fest, Kernenergie ist sauber und relativ sicher.

    gepostet von Fastedi Oktober 06, 2013
  • zum Fazit: da habe ich herzlich wenig Hoffnung. Wir fahren das (deutschsprachige) Europa an die Wand!

    gepostet von Realist Oktober 03, 2013
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