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    Die Energiepolitik der Schweiz
    Energiewende abwenden!
08 Jun 2013

Kopfrechnen

Kopfrechnen

Nein, beliebt war Kopfrechnen noch nie. Die Freude daran wurde vielen in der Schule gründlich ausgetrieben. Offenbar haben die meisten Politiker es sogar ganz verlernt. Sonst hätten sie der Energiewende nicht zugestimmt. Es braucht nämlich keine Computermodelle, um einzusehen, dass das mit der Photovoltaik niemals funktionieren kann. Das kann man im Kopf ausrechnen.

Dazu muss man einige wenige Zahlen kennen, die eigentlich wissen muss, wer über Energiepolitik mitreden will:

  • Die Einstrahlung der Sonne senkrecht auf eine Fläche von 1 m2  beträgt auf der Erdoberfläche etwa 1 kW.
  • Übers Jahr gerechnet, liefert die Sonne im Schweizer Mittelland soviel Energie wie wenn sie während 800 bis 900 Stunden mit voller Kraft scheinen würde, sagen wir 876 Stunden, weil es einfacher zum Rechnen ist – man wird gleich sehen, warum.
  • Solarzellen können 10 bis 14% der Sonnenenergie in Strom umwandeln, nehmen wir an, im Mittel 12%.

Jetzt können wir rechnen:

Das Jahr hat 365 mal 24 gleich 8760 Stunden.

Das heisst, 1 m2 Solarpanel fängt im Mittel eine Leistung ein von 1kW mal 876 durch 8'760 d.h. 100 Watt.

Von diesen 100 Watt wird 12% also 12 Watt in Strom umgewandelt.

Ein Atomkraftwerk vom Typ Gösgen leistet fast das ganze Jahr lang 1'000'000'000 Watt (1'000 MW). Um dieses Atomkraftwerk durch Solarstrom zu ersetzen, braucht es 1'000'000’000/12 m2. Das sind 80 Millionen m2 oder 80 km2.

Die Solarbranche versucht diesen Einwand natürlich mit „in der Schweiz gibt es 400 km2 Dachfläche“ zu entkräften.

Eine andere Rechnung zeigt aber, wo das wirklich unlösbare Problem liegt:

Ein Solarkraftwerk, das im Jahresmittel 1000 MW leistet, (Ersatz für Gösgen) muss im Maximum das 10-fache leisten können (8760 / 876), also 10’000 MW (= 10mal Gösgen). Soviel leistet es an einem sonnigen Mittag im Sommer tatsächlich. Diese Menge Strom kann aber nicht abgenommen werden. Man müsste sie speichern können. Aber dazu haben wir weder die Leitungen, noch die Pumpspeicherkraftwerke mit der nötigen Kapazität, obwohl wir viel besser dran sind als Deutschland.

In Deutschland kann man das Problem bereits beobachten: Die Elektrizitätsversorger, welche den Solarstrom zwangsweise teuer einkaufen müssen („dank“ KEV  – „kostendeckende Einspeise-Vergütung“), können ihn nicht verkaufen; sie bezahlen sogar dafür, dass der Strom abgenommen wird. Ein garantiertes Verlustgeschäft.

Damit platzt der Traum von der sonnigen Stromzukunft.

Es ist eine einfache Kopfrechnung.

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare

  • Wie ist eigentlich das Potential der Kernfusion einzuschätzen?
    Lieber Herr Signer,
    danke für die Frage. Wir werden demnächst dazu einen Blogeintrag machen.
    Simon Aegerter

    gepostet von Martin Signer Dezember 21, 2014
  • Lieber Herr Kohler
    finde das natürlich nicht ganz so toll von euch Deutschen. Zuerst sendet ihr uns die Kavallerie, da klaut ihr uns die Bankdaten und jetzt wollt ihr euch auch noch unsere Pumpspeicherwerke unter den Nagel reissen? So wird die Stromversorgung mit der Energiewende zu einem echten Problem. Dann müssen wir nicht nur mit Doris kalt duschen sondern auch noch mit Angela. Na dann viel Spass!

    gepostet von fasatedi Juli 10, 2013
  • Liebe Schweizer, Sie dürfen die Pumpspeicher doch gar nicht in Ihre Energiewende einrechnen! Die haben wir Deutschen doch bereits in unsere Energiewende einkalkuliert!
    Wenns nicht so traurig wäre - es wäre zum Lachen!
    Zumal Pumpspeicher: Ich habe mal gerechnet, was man an Pumpspeichern benötigt, um das Kernkraftwerk Neckarwestheim 1 (900 MW) 1 Woche lang zu ersetzen: Es sind 300 Pumpspeicher der Größe des Speichers Glems (bei Tübingen): 1 Mio m³ Wasser im Oberbecken, 1 Mio Platz im Unterbecken, 300 Höhenmeter Differenz, 90 MW Output - 6 h lang.... Und am Ende der Woche benötigt man 10 Tage lang 800 MW Überschussstrom, um den Speicher wieder zu füllen. Auch das ist eine Kopfrechnen-Aufgabe!

    gepostet von Rudolf Kohler Juli 10, 2013
  • Das einfache Beispiel mit Kopfrechnen müssten eigentlich alle Schulabgänger nachvollziehen können, wenn sie sich denn überhaupt die kurze Zeit nehmen wollen. Damit wäre ein klare Stimmen-Mehrheit gegen die absurde "Energiewende" zu erreichen.
    Die Rechenaufgabe oben sagt, dass wir "viel besser dran sind als Deutschland". Leider ist dem überhaupt nicht so!!! Für eine Energiewende mit Solarstrom sind wir noch wesentlich schlechter dran als Deutschland. Wir müssten mit der Wende 40% Kernenergiestrom ersetzen, während Deutschland jetzt noch unter 20% zu ersetzen hat! Die Pumpspeicherwerke helfen uns dabei kaum etwas, um den Ausgleich der Sonnenenergie zwischen Sommer und Winter (wann wir viel Strom benötigen) zu bewerkstelligen. Das riesige neue Pumpspeicherwerk Linth-Limmern, das in wenigen Jahren ans Netz geht, kann bei Volleistung (ca. 1000 MW) gerade etwa 2 Tage pumpen, bzw. turbinieren. Das reicht zwar für Tagesschwankungen, aber bei weitem nicht für den Jahreszeiten-Ausgleich. Die Kapazität der Speicherseen reicht leider dafür überhaupt nicht, und ist kaum mehr ausbaubar.

    gepostet von Urs Blumer Juni 17, 2013
  • Dass auch Unternehmenslenker in dieser Disziplin schwach sind, zeigen die Beispiele der deutschen Grossunternehmen Bosch und Siemens: Beide steigen aus dem Solar-"Geschäft" aus, mit Verlusten von 2 Mrd. € (Bosch) bzw. 1 Mrd. € (Siemens).

    gepostet von Ralf Bendzko Juni 17, 2013
  • Diese Kreise interessieren sich gar nicht für die Energieversorgung, denn die sog. "Energiewende" ist eine politische Wende zur Erreichung von Mehrheiten. Das ist inzwischen auch gelungen.
    Das schlecht durchdachte und unbezahlbare Konzept stösst dadurch immer an seine Grenzen, was weitere Fantasien erzeugt: "Smart Grid", "Smart Meter", Speicherseen, usw sind reine Notnägel, um das Konzept zu stützen.
    Dabei werden die Folgekosten dem Volk vorenthalten, was die Verfassung , sowie Treu und Glauben verletzt.
    Neustes krasses Beispiel ist die Behauptung, dass die Netze veraltet seien und neue gebaut werden müssen. Dabei ist diese Forderung nur eine Notwendigkeit wegen der stochastisch anfallenden Energie bei Wind und Sonne. Das obige Rechenbeispiel ist eine der Mittel, die Leute aufzuwecken und sollte noch mit den Kostenfolgen ergänzt werden.
    Dem Volk muss klar gemacht werden, dass es "hinters Licht geführt" wird.

    gepostet von Stephan Amacker Juni 16, 2013
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