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    Die Energiepolitik der Schweiz
    Energiewende abwenden!
24 Mai 2013

Energiestrategie 2050

Das Jahr 2050 liegt in weiter Ferne. Volle 37 Jahre liegen zwischen heute und diesem Planungshorizont. Kann man voraussehen, wie die Welt aussehen wird? Wie die Schweiz funktionieren wird, ihre Wirtschaft, ihre Politik, ihre Menschen?

Schauen wir 37 Jahre zurück, ins Jahr 1978. Erinnern sie sich? Was hat sich seither geändert – und was haben wir damals erwartet, hätten wir erwarten können? Ein paar Beispiele:Natel A 1978

  • Es gab bereits Mobiltelefone. Sie waren mobil in dem Sinn, dass man sie im Auto mitführen konnte.
    Sie konnten nichts als telefonieren.
  • Um diese Zeit stand ich am Bund in Schanghai und schaute über den Fluss Huangpu. Am gegenüberliegenden Ufer sah man nichts als Reisfelder. Heute die Skyline des neuen Schanghai, den Stadtteil Pudong.
  • Dort, wo ich 1978 arbeitete, wurde ein Teil der Verwaltung durch einen Computer erledigt. Die Daten wurden in Lochkarten gestanzt. Bildschirm? Fehlanzeige! Der Finanzchef war überzeugt: eine Buchhaltung auf dem Computer kann es niemals geben.
  • Transatlantikflüge navigierten mit Trägheitsnavigation. In der Regel war man bei Annäherung an den Zielkontinent, wenn man die ersten Funkfeuer empfangen konnte, viele Meilen neben dem angenommenen Kurs. GPS war noch Jahre in der Zukunft
  • Niemand konnte sich unter dem Begriff „Internet“ etwas vorstellen, schon gar nicht in Kombination mit Smartphones.

Es gibt auch das Umgekehrte: Dinge, die man als selbstverständliche Entwicklung erwartete und die nicht eingetroffen sind:

  • Es gibt keine Basis auf dem Mond und noch war niemand auf dem Mars.
  • Eine gewöhnliche Erkältung dauert immer noch 7 Tage – eine Woche, wenn man sie behandelt
  • Entgegen Nixons Ankündigung ist der Krebs auch nach 40 Jahren und 200 Milliarden Dollar Forschungsgeld nicht besiegt.
  • Die Kernfusion liegt immer noch 40 Jahre in der Zukunft.

Eine Energiestrategie 2050 müsste technische, soziale und politische Entwicklungen voraussehen können. Das kann niemand. Wer trotzdem eine solche Strategie machen will, muss sich den Vorwurf des Grössenwahns gefallen lassen oder vornehmer: der Hybris.

Schlimmer: wer die technische Entwicklung verbieten will („es werden keine Rahmenbewilligungen für die Errichtung von Kernkraftwerken erteilt“ [Kernenergiegesetz, Art 12 Abs.4, neu]) schadet dem Land vorsätzlich.

Es darf keine politische Verhinderung von technischen Entwicklungen geben.

Kommentare

  • daidalos: könnte es sein, dass die Stromkonzerne deshalb nicht so innovativ sind, weil sie grösstenteils Eigentum der Kantone und Gemeinden sind und deshalb in der Führung politisch beeinflusst und behindert werden?
    Merke: Politische Entscheide beruhen nicht auf Fakten, sondern auf Macht.

    gepostet von SAe Juni 20, 2013
  • daidalos

    irgendwie scheint es mir, als sei die ganze stromlobby etwa im jahre 1978 stehen geblieben! keiner der grossen schweizer stromproduzenten (Axpo, alpiq, bkw) haben irgendwelche Innovationen an den tag gelegt... im Gegenteil. sie versuchen krapfhaft und mit viel lobbying ihre alten pfründen und geschäftsmodelle zu sichern! schade!

    je länger das ihnen gelingen wird, je härter und radikaler werden sie sich später einem Wandel unterziehen müssen! ... was sagte Gorbatschow: wer zu spät kommt den bestraft das leben...

    vgl auch diese Studie hier:

    http://assets.wwf.ch/downloads/wwf_studie_unter_strom___beitrag_ch_unternehmen_zu_stromzukunft_d.pdf

    gepostet von daidalos Juni 18, 2013
  • Der Atomausstieg ist ein grosser Fehler, die Folgen der Verhinderung neuer Kernkraftwerke werden schon bis 2020 spürbar sein, denn der Verbrauch wächst, sobald sich die Wirtschaft erholt.

    gepostet von Markus Alder Juni 08, 2013
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